Zusammenarbeit
Federführung Hille Tesch Architekten + Stadtplaner PartG mbB, Mainz Ingelheim,
chora blau Landschaftsarchitektur Hannover.
Freiraumplanerisches Leitbild
Aufwertung des öffentlichen Freiraum als grüner Quartiersplatz mit zusammenhängenden Grünflächen und einer die Bismarckstraße und die Groß-Hasenbachstraße übergreifende Belagsgestaltung, die gleichzeitig als Intervention einen Bezug zu der wechselvollen und perfiden Geschichte des ehemaligen Jüdischen Friedhofs herstellt.
Durchdringung der Grünflächen mit qualitätsvollen Verweilplätzen im Kontext mit den hainartigen Baumgruppen und Ergänzung mit stadtklimafesten Baumarten als langlebige ‚Nachrücker‘.
Realisierungsteil: Entwicklung eines kleinen Platzes als Gelenk zwischen der wichtigen Fußgängerverbindung (Unterführung) und dem identitässtiftenden Orte mit Gartenwirtschaft und Verweilplätzen am alten Stellwerkgebäude.
Grün- und Freiraumkonzept
Grüner Platz und Park
Extensive Rasenflächen ergänzt durch artenreiche Staudenpflanzungen und von den wichtigen Wegebezügen gegliedert. Flankierende Sitzmöbel als Orte der Erholung und der Kommunikation im Quartier. Aufwertung der Unterführung mit Lichtinszenierung.
Intervention
Ziel: Identifizierung der Lage des ehemaligen jüdischen Friedhofs als Ort der Ewigkeit und der Beständigkeit als Verweis auf die tragische Ironie und auf die historischen Brüche – sukzessive Überformung bis zum Zwangsverkauf des Geländes und Bau des Bunkers.
Kontur
Soweit nicht von Gebäuden überformt Darstellung der Lage ehemaligen Friedhofs als Kontur mit einem die Straßen und Plätze übergreifenden Band aus einer Halbstarren Deckschicht (Zementgebundener Asphalt – alternativ mit einer Ortbetonoberfläche).
Durch Abschleifen des Bandes werden die Steinzuschläge als gespaltene Steine sichtbar und greifen das Motiv des jüdischen Brauchtums Steine auf einen Grabstein zu legen auf.
Füllung
Die Beläge der Straßen, Wege und Platze innerhalb der Kontur werden mit farblich aufeinander abgestimmten Belägen angelegt. Die Straßen mit einer halbstarren Deckschicht (zementgebundene Asphaltdeckschicht, robust – Anwendung im Straßenbau bei hohen Belastungsklassen z. B. Busbahnhöfe, Andienungshöfe, bei hohem Fahrzeugaufkommen möglich), Wege und Plätze mit hellen Belägen aus wassergebundener Decke/ hellem Splittmastixasphalt alternativ Pflaster)
Füllung
Die Beläge der Straßen, Wege und Platze innerhalb der Kontur werden mit farblich aufeinander abgestimmten Belägen angelegt:
Die Straßen mit einer halbstarren Deckschicht (zementgebundene Asphaltdeckschicht, robust – Anwendung im Straßenbau bei hohen Belastungsklassen z. B. Busbahnhöfe, Andienungshöfe, bei hohem Fahrzeugaufkommen möglich)
Der halbstarre Belag wird meistens als fugenloser Belag bei hoher Beanspruchung verwendet, wo herkömmlicher Asphalt nicht ausreichend ist, oder wo die Fugen beim Beton problematisch sind. Er ist geeignet für lange andauernde Belastungen und für Anwendungsgebiete mit sehr großen Temperaturschwankungen und ist tausalz- und frostbeständig.
Die straßenbegleitenden Fußgängerwege werden mit einem Splittmastixasphalt z. B. COLOUR Splittmastixasphaltdeckschicht grau-beige SMA8N D 4cm, Bindem. 50/70
Die Wege in den Parkanlagen erhalten eine farblich angepasst wassergebundene Decke.
Haus der Ewigkeit
Bedeutung jüdischer Friedhöfe als Orte ewiger Totenruhe – an wichtigen Zugängen Belagsinterasie aus Stahl mit dem Schriftzug ???-????? (Bezeichnung der Friedhöfe als ‚Haus der Ewigkeit‘)
Findlinge als Verweis auf den Brauch Gräber mit Steinen zu schützen – Nutzung zum Verweilen gewünscht
Verkehrskonzept
In das gestalterische Gesamtkonzept wurde die vorliegende Variante 4 eingearbeitet. Es steht nun ein Mittelstreifen als Querungshilfe zur Hasenbachstraße als Übergang für Fußgänger und Radfahrer zur Verfügung. Durch eine homogene Oberflächengestaltung wird der MIV zurückgenommen, die Bedeutung von Rad- und Fußverkehr hervorgehoben
Integration in die umgebenden Strukturen
Die vorhandenen Wegebezüge werden gestalterisch in die Platzgestaltung einbezogen. Es ist ein Erhalt der Freistellung des Hochbunkers vorgesehen.
Die Schaffung eines grünen Platzes als Auftakt von der Unterführung bringt eine Aufenthaltsqualität an einen bisher rein als Transitbereich genutzten Ort. Die städtebauliche Anknüpfung an den Bestand im Bereich südlich der Bismarckstraße schafft einen Abschluss für die angrenzende Häuserzeile und folgt ebenfalls der Kontur des ehemaligen Friedhofs. Die offene Gestaltung der vorgeschlagenen Bebauung schafft durch ihre Positionierung auch eine Rahmung und Profilierung des rückwärtigen Bereits zum Stellwerk hin, welcher zukünftig als sozialer Treffpunkt nutzbar wird.
Die städtebauliche Fortschreibung westlich der Unterführung schafft einen angemessenen Abschluss zur Bahnlinie im Einklang mit einer angemessenen Nachverdichtung des Areals.
Erläuterung Nachhaltigkeit
Erhalt des Baumbestands, Wege erhaben, sodass Einleitung Oberflächenwasser zum Grün und Puffer bei Extremregenereignissen ermöglicht, Verwendung Stadtklimafester Bäume, extensive Rasenfläche ergänzt durch artenreiche Staudenpflanzungen zu Erhöhung der Biodiversität. Verwendung heller Beläge zur Reduzierung der Aufheizung.
3. Preis _ Nichtoffener Wettbewerb | 06/2022 |





