Mainz Rheinufer

Bestand und Rahmenplan:

Das Rheinufer übernimmt wichtige Naherholungsfunktionen und trägt als „Visitenkarte“ zum Image der Landeshauptstadt Mainz bei. Im Bestand weist das Rheinufer jedoch keine angemessene Aufenthalts- und Gestaltqualität auf. Mit dem Städtebauförderprogramm „Aktive Stadtzentren“ besteht nun die Chance, den ersten Bauabschnitt im Bereich zwischen Theodor-Heuss-Brücke und Tiefgarage als öffentlichen Raum neu zu ordnen und aufzuwerten.
Vorgaben Denkmalschutz und Integration in das Konzept

Die Vorgaben des Amtes für Denkmalpflege liegen insbesondere darin, den Verlauf der vorderen Kaimauer nicht zu verändern und dementsprechend die durch die Holzschlepprampe bedingte Absenkung der Kaimauer beizubehalten. Es wurde allerdings die Zustimmung erteilt, die Holzschlepprampe zugunsten einer Vergrößerung der Veranstaltungsfläche zu verschmälern.
Umsetzung:

1. Betonung der Achse Große Bleiche/Schlosstor und Schaffung von Aufenthaltsqualität am Ufer

Die Holzschlepprampe wird bis auf ca. 2,50 m verschmälert und die Stützmauer durch eine Sitzstufenanlage ersetzt. Durch die Verpflanzung von vier Bäumen wird die Platanenreihe vor dem Schlosstor unterbrochen und eine Sichtachse geschaffen. Gleichzeitig erfolgt dadurch die Freistellung des historischen Stadttores.

2. Uferabschnitte zwischen Brückenkopf und Kaisertor als Ensemble:

Das Gestaltungsprinzip und die Gliederung des bereits umgesetzten Abschnittes vor dem Raimunditor wird durch die Gliederung der Belagsflächen in mit Stahlbändern gerahmten Gevierten aufgegriffen. Die Pflasterung der Gevierte hebt sich durch einen Wechsel im Verlegemuster (Wildverband, gestrahlt) und einer bodengleichen Rahmung aus Corten-Stahl (ca. 15 cm breit) als Textur von den umgebenden Flächen (diagonal verlaufender Reihenverband wie in Flächen vor Raimunditor, geflammt) ab.

3. Nutzung für Feste und als Stellplatzfläche:

Durch die Verschiebung der Stützmauer der Holzschlepprampe wird eine größere Fläche für die Feste gewonnen. Der Belagsaufbau wird zudem so gewählt, dass dieser der Belastung durch den Schwerlastverkehr zum Auf- und Abbau von Fahrgeschäften und Buden standhält. In Abstimmung mit dem Amt 80 für Wirtschaft und Liegenschaften wurde ein Konzept entworfen, wie die Leitungen während der Feste sicher und barrierefrei über die Platzfläche verlegt werden können. Dazu werden Entwässerungsrinnen mit auspflasterbaren Abdeckungen eingesetzt, die einerseits funktional sind und sich gleichzeitig in die Gestaltung einfügen.

VGV-VERFAHREN | 12/2019 |
FERTIGSTELLUNG | 01/2024 |